Frühjahrskonzert


GLÄNZENDE FACETTE DER BLASMUSIK

Frühjahrskonzert des MV Bargau mit SHW-Bergkapelle

Wie facettenreich sinfonische Blasmusik sein kann, das erlebten die zahlreichen Besucher des Frühjahrskonzerts beim Musikverein Bargau auf beeindruckende Weise. Am vergangenen Wochenende hatte der Verein im 80. Jahr seines Bestehens zusammen mit der Bergkapelle der Schwäbischen Hüttenwerke Wasseralfingen ein Doppelkonzert unter dem Motto „Vorwärts!“ veranstaltet. Die Gastkapelle mit ihrem Dirigenten Philip Walford hat das Programm des Abends auf höchstem Niveau bereichert.
 
Vorstand Johannes Nagel verwies in seiner Begrüßung darauf, wie prägend das Motto „Vorwärts!“ in den vergangenen Jahrzehnten für die Arbeit im Musikverein Bargau war. Nicht zuletzt an der florierenden Jugendarbeit schlägt sich die zukunftsorientierte Vereinspolitik bis heute nieder. Davon konnten sich die Zuhörer überzeugen, als die Bargauer Nachwuchsmusiker mit ihrem Dirigenten Magnus Barthle zum Auftakt schwungvoll und engagiert aufspielten. Bei dem Stück „What’s up“ erlebten die Besucher sogar eine Welt-Uraufführung. Der Komponist Michael Zeh, Studienkollege von Magnus Barthle an der Musikhochschule in Stuttgart, führte selbst in sein Werk ein und genoss die anschließende gelungene Präsentation durch das Bargauer Jugendblasorchester.
 
Mit dem „Einzug der noblen Gesellschaft“ aus der Ballettoper Mlada von Rimski-Korsakow hatte die SHW-Bergkapelle einen klassischen, dem Niveau des Orchesters angemessenen Eröffnungstitel ausgewählt. Überzeugend präsentierte das Orchester die instrumentale Vielfarbigkeit dieses letzten Satzes der fünfsätzigen Suite. Aus der gleichen Epoche stammt auch das Finale aus Antonin Dvoráks berühmter Sinfonie „Aus der neuen Welt“. In diesem „Allegro con fuoco“ schlugen die Musiker einen spannungsreichen Bogen zwischen filigranen Solo-Passagen in allen „Holz“-Klangfarben und einem Tutti in melodischer Fülle. Mit trockenem schwäbischem Humor, aber stets informativ und treffend, kündigte der Wasseralfinger Ansager Alfons Hug eine zeitgenössische spanische Komposition in drei Sätzen an: „Muralles“ beschreibt die Assoziationen, die der Komponist Gomez Deval zu den Stadtmauern seiner spanischen Heimatstadt hat – die Legenden, die sich darum ranken, das Schützende und Trennende dieser Mauern und schließlich die temperamentvolle Geselligkeit, die bei den Fiestas erlebbar wird. Temperament- und gefühlvoll ging es weiter mit „Porgy and Bess“, einer Bearbeitung nach Motiven von George Gershwins berühmtem Bühnenwerk. Lässig-beschwingt wurden die jazzigen Elemente vom Saxophon-Register umgesetzt, doch nie ohne die angemessene Ernsthaftigkeit, die der Stoff der Geschichte vorgibt. Das letzte Stück „Africa“ stammte wiederum aus der Feder eines zeitgenössischen Komponisten: Robert Smith beschreibt Zeremonie, Lied und Ritual aus dem schwarzen Kontinent, indem er die Trommel als Instrument, aber auch als sakrales Objekt in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens rückt. Dass die begeisterten Zuhörer die Wasseralfinger nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen lassen würden, war vorherzusehen. Deshalb erschallte schließlich als Geburtstagsgruß an den MV Bargau der Marsch „Jubelklänge“.

Das Bargauer Blasorchester unter der Leitung von Bruno Kottmann eröffnete mit dem festlichen „Concert Prelude“ von Philip Sparke seinen Programmteil. Temperamenvoll ging es bei der spanischen Ouvertüre „Alcazar“ zu. In der schnellen Eröffnung wurde der Klang der Kastagnetten beim Flamenco eingefangen. Der romantische Mittelteil dagegen beschreibt einen nächtlichen Spaziergang durch den Palastgarten. Ein überzeugendes Solostück erlebten die Besucher mit Jaroslav Zemans „Galopp“, als die Posaunisten Magnus Barthle, Thomas Barthle, Simon Dambacher, Walter Friederich, Harald Köhler und Sebastian Zimmermann in atemberaubender Geschwindigkeit bravourös durch das Stück „galoppierten“. Mit Ben Haemhouts „Bavarian Pictures“ kündigte Ansagerin Claudia Rieg ein Stück an, das alles bietet, was ein großes Werk für sinfonisches Blasorchester haben muss: anspruchsvolle rhythmische Elemente, klassische und aktuelle Techniken, die geschickt miteinander kombiniert sind und das alles verwoben durch wunderschöne Melodien. Und genau diese wurden von den Bargauer Musikern so innig zelebriert, dass die Besucher die bayerischen Bilder vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen lassen konnten. Die Piccolo-Solistin Carolin Schlund ließ beim anschließenden „Rocking for Piccolo“ die Töne förmlich perlen, so dass begeisterter Applaus diesem virtuosen Auftritt folgte. Den Abschluss der Vorträge bildete nochmals eine Welt-Uraufführung: Der Marsch „Zu Lande, zu Wasser und in der Luft“, geschrieben vom Bargauer Dirigenten Bruno Kottmann, skizziert verschiedene Fortbewegungsarten anhand entsprechender musikalischer Motive. Eine Ausgabe dieses gehaltvollen Marsches überreichte der gastgebende Verein schließlich auch als Dankeschön der Gastkapelle aus Wasseralfingen, die zur Attraktivität und zur Vielfalt dieses Konzertabends beigetragen hatte.

 



Hier finden Sie weitere Bilder...

MVB Aktuell

Blasmusik der Spitzenklasse mit der Blaskapelle Gloria am Samstag 12. Mai 2018 in der FEIN Halle Bargau.

Weiterlesen...


Terminvormerkung:
Am Samstag, den 17. März 2018 veranstaltet der Musikverein Bargau sein Frühjahrskonzert in der FEIN Halle in Bargau.

Weiterlesen...


Hämmerle & Leibssle
am Samstag 08. September 2018 im MVB Probenraum

Weiterlesen...

Harmonie

Die Öffnungszeiten:
•  dienstags, ab 22 Uhr
   (nach der Musikprobe)
•  sonn- und feiertags,
   10 bis ca. 13 Uhr